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Distributions-Upgrade von paedML Linux 3.0 auf 4.0

Mit diesem Upgrade wird das Betriebssystem der paedML 3.0 von Debian 3.1 (Sarge) auf Debian 4.0 (Etch) aktualisiert. Gleichzeitig werden folgende paedML spezifischen Software-Pakete aktualisiert:

  • linuxmuster-base
  • linuxmuster-ipcop
  • linuxmuster-schulkonsole
  • sophomorix
  • moodle (Version 1.9)
  • linux-image-server (Kernel 2.6.24)

Voraussetzungen

Ein aktuelles Backup der Serverinstallation und der Moodle-Datenbank wird vorausgesetzt. Des weiteren:

  • aktuelles paedML 3.0 System;
  • mindestens 300MB freier Speicherplatz unter /var, falls KDE verwendet wird;
  • mindestens 700MB freier Speicherplatz im Downloadverzeichnis, falls die ISO-Datei heruntergeladen werden muss;
  • Internetverbindung.

CDROM-Upgrade

Die paedML/openML-Installations-CDROM muss auf dem Server als Benutzer root mit exec-Option gemountet werden:

# mount -o exec /cdrom 

Der Upgrade-Prozess wird dann mit dem Befehl

# /cdrom/paedml40-upgrade

gestartet.

Anmerkung: Aus Platzgründen sind die Softwarepakete für den KDE-Serverdesktop nicht auf der CDROM. Die benötigten Pakete werden bei Bedarf heruntergeladen.

Nachträglich können die Pakete für den Serverdesktop (KDE) über den Befehl # linuxmuster-task --unattended --install=desktop wieder installiert werden.

Online-Upgrade

Die Datei /etc/apt/sources.list muss um folgende Zeile ergänzt werden:

deb http://pkg.lml.support-netz.de/paedml40-upgrade ./

Danach muss der Server aktualisiert werden:

# aptitude update
# aptitude dist-upgrade

Dabei wird eine aktualisierte Version des Pakets linuxmuster-base installiert.

Nun kann der Upgrade-Prozess durch Eingabe des Befehls

# paedml40-upgrade

in einer Rootkonsole gestartet werden.

Bevor der eigentliche Upgrade-Prozess startet, wird das Installations-ISO-Image der openML Linux heruntergeladen (ca. 650MB). Für das Upgrade werden dann die Softwarepakete verwendet, die sich im ISO-Image befinden.

Falls Sie das aktuelle ISO-Image der paedML/openML Linux schon heruntergeladen haben, verfahren Sie nach dem

Upgrade mit ISO-Image

Aktualisieren Sie zunächst wie im vorigen Abschnitt beschrieben das Paket linuxmuster-base. Starten Sie danach das Skript paedml40-upgrade mit dem Pfad zum paedML/openML-ISO-Image als Parameter. Beispiel:

# paedml40-upgrade /root/iso/paedML402a_build-20090309_i386.iso

Ablauf

Falls noch nicht durchgeführt, werden zunächst alle Funktionen bzgl. Webfreigaben, Versionskontrolle und Datenbanken aus der paedML entfernt und OpenGroupware deinstalliert, das es nicht mehr Bestandteil der paedML/openML ist.

War die Prüfung des Systems und die Internetverbindung in Ordnung, beginnt der eigentliche Upgrade-Prozess, im anderen Fall bricht das Skript an dieser Stelle ab und führt das Upgrade nicht durch.

Zu Beginn werden einige Softwarepakete entfernt, die jedoch später in aktualisierten Versionen wieder installiert werden. Es gehen keine Konfigurations- und/oder Userdaten verloren. Unterbrechen Sie das Skript also nicht!

Abhängig von Internetanbindung und Hardware muss man ca. 45-60 Minuten für das Upgrade einplanen.

Das Upgrade-Skript verlangt keinerlei Benutzereingaben, kann also auch unbeaufsichtigt durchlaufen. Alle Ausgaben werden in der Datei /var/log/linuxmuster/paedml40-upgrade.log mitgeloggt.

Wenn das Skript durchgelaufen ist, muss der Server neu gestartet werden. Damit ist die Upgrade-Prozedur abgeschlossen.

Mögliche Probleme

Falls Sie zusätzliche Softwarepakete auf dem Server installiert hatten, die nicht im ursprünglichen Installationsumfang der paedML/openML Linux enthalten waren, ist es möglich, dass diese während des Upgrades deinstalliert wurden. Da jedoch keine Konfigurationsdateien gelöscht werden, wird eine Neuinstallation der entsprechenden Pakete die alte Funktionalität wieder herstellen. Falls Sie Softwarepakete aus nichtoffiziellen Debian- und paedML-Quellen installiert haben, ist es möglich, dass das Upgrade scheitert. In dem Fall empfehlen wir, diese Software vor dem Upgrade zu deinstallieren.

Im Zuge der Aktualisierung wurde auch ein neuer Kernel installiert. Sollte dieser wider Erwarten nicht booten, kann der Server auch wieder mit dem alten Kernel gestartet werden, der nach wie vor im Bootmenü zur Auswahl steht. Wenden Sie sich in diesem Fall an die Hotline oder die Mailingliste.

Wenn nach dem Serverneustart der DNS-Dienst bind nicht mehr startet, liegt es sehr wahrscheinlich daran, dass per dynamischem DNS-Update irreguläre Hostnamen von Clients in die Konfigurationsdateien /etc/bind/db.10 und /etc/bind/db.linuxmuster eingetragen wurden. Hostnamen dürfen zum Beispiel keine Unterstriche enthalten. Entfernen Sie gegebenenfalls die entsprechenden Zeilen aus den beiden Konfigurationsdateien und starten Sie den DNS-Dienst mit dem Befehl

# /etc/init.d/bind9 restart

neu.

Die nicht GPL lizenzierten Teile der Schulkonsole (Layout und Design der Weboberfläche) wurden aus den öffentlich verfügbaren Paketen entfernt, da sie aus lizenzrechtlichen Gründen nur Schulen in Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt werden können. Ein Online-Upgrade installiert daher die nicht die paedML spezifische Oberfläche der Schulkonsole. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an die Support-Netz-Hotline. Bei einem Upgrade mit der paedML-CDROM wird die paedML spezifische Oberfläche automatisch installiert.

Nach dem Upgrade

Moodle wurde auf Version 1.9 aktualisiert. Daher muss die Datenbank aktualisiert werden. Loggen Sie sich dazu als User wwwadmin in Moodle ein und klicken Sie sich durch das Datenbank-Update hindurch.

Änderungen gegenüber paedML Linux 3.0

Da Webmin nicht mehr im Software-Pool der Debian-Distribution vorhanden ist, wird nun das Debian-Paket des  Webmin-Projektes verwendet.

Geänderte Dienstnamen in paedML Linux 4.0:

  • inetd → openbsd-inetd
  • ntp-server → openntpd
  • postgresql → postgresql-8.1

Die Installation des Serverdesktops muss nun mit dem Befehl

# linuxmuster-task --unattended --install=desktop

durchgeführt werden.

Für die Einrichtung des Remoteadministrators ist jetzt der Befehl

# linuxmuster-remoteadmin

zuständig.

Der Clamav-Aktualisierungsdienst clamav-freshclam läuft nun als Dämon, nicht mehr als Cronjob.

Für paedML spezifische php-Einstellungen gibt es eine neue Konfigurationsdatei /etc/php5/conf.d/paedml.ini.

Der LDAP-Server unterstützt jetzt verschlüsselte Abfragen per tls/ldaps. Dies erfordert jedoch clientseitig eine Konfiguration, die selbstsignierte Serverzertifikate akzeptiert.

Die paedML-Paketquellen sind nun in der Datei /etc/apt/sources.list.d/paedml40.list abgelegt.

  1. März 2009

Thomas Schmitt
<schmitt at lmz-bw.de>