Titelseite

7.5.5. Imagevereinheitlichung

Soll das LINBO-Image einer Windows-7-Installation auf heterogener Hardware eingesetzt werden, können Sie das mit der im Folgenden dargestellten Vorgehensweise in den meisten Fällen erfolgreich durchführen. Eine Garantie, dass dies mit jeder Hardware funktionieren wird, gibt es natürlich nicht. Ein Versuch ist es allemal Wert, da ein vereinheitlichtes Image einiges an Administrationsaufwand einspart.

Treiber installieren

Im ersten Schritt sammeln Sie alle Treiber, die Sie für Ihren Hardwarezoo benötigen, und legen diese auf dem Masterrechner in einem Verzeichnis (zum Beispiel C:\Treiber) ab. Achten Sie darauf, dass jeder Treiber mit seiner inf-Datei in seinem eigenen Verzeichnis liegt. Verschachtelte Unterverzeichnisse sind erlaubt. Treiber gepackt in Archiven oder Installationsprogrammen müssen entpackt werden.

Nützlich sind sogenannte Driverpacks[77], die alle möglichen Treiber enthalten und einem somit die Sammelarbeit ersparen. Empfehlenswert für die Imagevereinheitlichung ist auf jeden Fall das Mass Storage DriverPack, da der Treiber für den Festplattenkontroller zwingend installiert sein muss, damit das Betriebssystem auf einem Rechner überhaupt startet. Falls Sie DriverPacks nutzen wollen, entpacken Sie die Archive nach dem Download einfach in Ihren Treiber-Sammelordner (zum Beispiel C:\Treiber).

Sind alle benötigten Treiber gesammelt, müssen Sie installiert werden. Dazu stellen wir im LINBO-Beispiel-Verzeichnis auf dem Server ein Batchskript win7-driverinst.bat bereit, dass das Windows-Tool pnputil.exe (auf Windows 7™ standardmäßig installiert) benutzt und rekursiv alle Treiber unterhalb eines Verzeichnisbaums installiert.

Zur Treiberinstallation verbinden Sie sich zunächst als Benutzer Administrator mit der Serverfreigabe linbo-repo.

Öffnen Sie nun als Administrator die Windows-Kommandozeile und geben Sie folgenden Befehl ein (Servername und Treiberverzeichnis müssen gegebenenfalls angepasst werden):

\\server\linbo-repo\examples\win7-driverinst C:\Treiber

Das Skript arbeitet nun alle inf-Dateien unterhalb von C:\Treiber ab und installiert die dazugehörigen Treiber. Leider läuft der Prozess nicht vollautomatisch durch. Bei Treibern, die nicht digital signiert sind, muss die Installation jeweils noch bestätigt werden.

Sind alle Treiber installiert, kann der Treiber-Sammelordner (C:\Treiber) wieder entfernt werden.

Treiber aktivieren

Im nächsten Schritt müssen wir dafür sorgen, dass die nun verfügbaren Massenspeicher-Treiber beim Betriebssystemstart auch geladen werden. Die Aktivierung geschieht über einen Start-Registry-Eintrag im Zweig [HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\services\], der für jeden Treiber gesetzt werden muss. Um das zu vereinfachen, stellen wir im LINBO-Beispiel-Verzeichnis eine Registry-Patch-Datei bereit, die nur eingespielt werden muss.

Öffnen Sie im Windows-Explorer den UNC-Pfad \\server\linbo-repo\examples, doppelklicken Sie auf die Datei win7.storage.reg und bestätigen Sie im Folgenden die Sicherheitsabfragen.

Auf dem Masterrechner sind damit alle Schritte für die Imagevereinheitlichung abgeschlossen.

Image erstellen

Erstellen Sie nun ein Image der Windows-7-Installation des Masterrechners. Dabei ist es unerheblich, ob Sie ein differentielles oder ein Basisimage erzeugen.

Image auf abweichender Hardware aufspielen

Nehmen Sie einen Rechner mit abweichender Hardware in die Rechnergruppe des Masters auf und spielen Sie das neu erzeugte Image auf diesem Rechner ein. Beim Start des Betriebssystems wird es spannend:

  • Bootet das Betriebssystem, müssen gegebenenfalls nur noch Treiber für weitere Hardware (Sound, Grafik, Netzwerk etc.), die nicht erkannt wurde, installiert werden. In dem Fall muss nach der Treiberinstallation ein neues Image erzeugt werden, das dann auf den nächsten Rechner mit abweichender Hardware aufgespielt wird.

  • Erscheint jedoch beim Start des Betriebssystems der berüchtigte Bluescreen, muss eine

Startreparatur

durchgeführt werden.

Booten Sie die Windows-7-Installations-CD. Wenn die Sprachauswahl erscheint, wählen Sie Deutsch und klicken auf weiter.

Auf dem nächsten Bildschirm geht es über die Verknüpfung Computerreparaturoptionen links unten weiter.

Nun wird die Festplatte nach Windowsinstallationen abgesucht. Wurde ein System gefunden, wird es im nächsten Fenster zur Auswahl angeboten. Auswählen und Schaltfläche Weiter betätigen.

Im Auswahlmenü der Systemwiederherstellungsoptionen wählen Sie die Eingabeaufforderung.

In der nun geöffneten Konsole stellt der Befehl

bootrec /fixboot

den Bootsektor der Windows-7-Partition wieder her. Starten Sie neu.

Sollte der Rechner jetzt problemlos hochfahren, geht es mit dem nächsten Schritt weiter. Im anderen Fall ist die Imagevereinheitlichung zumindest für diesen Rechner fehlgeschlagen.

Neue Rechnergruppe erstellen

Bei der Startreparatur wurde die Datei C:\Boot\BCD (Boot Configuration Data) mit den für die Hardware spezifischen Partitionsdaten neu erstellt. LINBO sichert diese Datei bei der Imageerstellung gruppenspezifisch unter C:\Boot\BCD.<gruppe> und restauriert sie wieder beim synchronisierten Start.

Damit die für diesen (und andere baugleiche) Rechner durch die Startreparatur erstellte Bootkonfigurationsdatei erhalten bleibt, erstellt man für den reparierten Rechner eine neue Gruppe. Der Trick dabei ist, dass für die neue Rechnergruppe die Imagedatei der Mastergruppe eingetragen bleibt. Dadurch verwenden wir weiterhin ein einheitliches Image und die gruppenspezifische Wiederherstellung der BCD-Datei bei der Synchronisation wird sichergestellt.

Vorgehensweise auf der Text-Konsole (als Benutzer root):

  • Wechseln Sie ins LINBO-Verzeichnis und kopieren die start.conf-Datei der Gruppe des Masterrechners in eine Datei für die neue Gruppe des reparierten Rechners:

    # cd /var/linbo
    # cp start.conf.<Mastergruppe> start.conf.<Neuegruppe>
  • Laden Sie die Datei mit den Arbeitsstationsdaten /etc/linuxmuster/workstations in einen Editor Ihrer Wahl und ändern Sie den Gruppenamen für den reparierten Rechner in <Neuegruppe>. Speichern Sie die Datei.

  • Führen Sie einen Workstationsimport durch:

    # import_workstations

Vorgehensweise über Schulkonsole:

  • Loggen Sie sich als Benutzer Administrator auf der Schulkonsole ein und navigieren Sie nach LINBO | Gruppenkonfiguration erstellen (https://<Servername>:242/schulkonsole/linbo_new).

  • Wählen Sie im Bereich Bestehende Gruppenkonfiguration einer Rechnergruppe kopieren in der Dropdown-Liste links die Gruppe des Masterrechners aus (Beispiel: win7) und tragen Sie den neuen Gruppennamen (Beispiel: win7-1) für den reparierten Rechner in das Eingabefeld rechts ein. Kopieren Sie die Gruppenkonfiguration mit Klick auf die Schaltfläche kopieren nach in der Mitte.

  • Navigieren Sie nun zur Menüseite Hosts und ändern dort den Gruppennamen (Beispiel: win7-1) für den reparierten Rechner (Beispiel: r100-pc01). Schließen Sie den Vorgang durch Betätigen der Schaltfläche Änderungen übernehmen am Ende der Seite ab.

Image erstellen

Starten Sie nun den reparierten Rechner und vergewissern Sie sich auf der LINBO-Startseite, dass der Client (Beispiel: r100-pc01) Mitglied in der neuen Gruppe (Beispiel: win7-1) ist.

Erstellen Sie ein Image der Windows-7-Installation des reparierten Rechners.

Image ausrollen

Weitere baugleiche Rechner nehmen Sie auch in die neue Gruppe des reparierten Rechners auf und synchronisieren sie mit dem zuvor erstellten Image. Auf allen Rechnern sollte die Windows-7-Installation hochfahren.

Sind weitere Rechner mit abweichender Hardware in das vereinheitlichte Image aufzunehmen, beginnt der Vorgang wieder beim Abschnitt Image auf abweichender Hardware aufspielen.

Haben Sie die Imagevereinheitlichung abgeschlossen, ist nur noch ein Windows-7-Image für den gesamten Hardwarezoo zu pflegen.

5.0.1